Fliesen haben eine lange Geschichte. Schon Tutanchamun (Ägyptischer Pharao ca. 1330 v Chr.) gründete eine Manufaktur für Dekorfliesen in Memphis die noch in der römischen Zeit produzierte. Berühmt sind auch die babylonischen farbig glasierten, ornamental und figürlich bemalten Wandfliesen.
Doch
ist Keramik schon weit länger bekannt. Dieses Gefäß (linkes Bild) entstammt der
Zeit rund 6000 v. Chr. und ist aus dem asiatischen Raum. Das Wort Keramik kommt
aus dem griechischen Wort "keramos = Töpfer-Ton". Man versteht unter Keramiken
formbare Erdmaterialien, die bei einer Temperatur zwischen 1000 und 1300 Celsius
Grad gebrannt werden.
Das
Belegen von Wand und Bodenflächen mit farbigen Steinplatten ist schon in der
Antike weit belegt und hat sich bis über das Mittelalter hinweg erhalten. Im 8
Jahrhundert wurde durch die Islamiten über Spanien diese Kunst wieder nach
Europa gebracht. Die spanischen zinnglasierten Fliesen, Azulejos, bildeten den
Ausgangspunkt der Entwicklung der italienischen und mitteleuropäischen Majolika
Fliesen und Bildplatten der Renaissance. Eine
Fliesenmode
löste die Herstellung von blaubemalten Keramik-Bildplatten in Delft im 17. und
18. Jahrhundert aus. An diese knüpfte die Entwicklung der Jungendstilfliesen an.
Baukeramik ist ein Sammelbegriff für Baumaterialien aus gebrannten tonhaltigen Rohstoffen. Man unterscheidet zwischen Ziegeleierzeugnissen, Steinzeug und Porzellan.
Ein bekannter italienischer Ausdruck ist Terracotta (terra = Erde, cotto = gebrannt). Seit vorgeschichtlicher Zeit wurden daraus Plastiken, Vasen, Fliesen und Ziegel gebrannt.